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Europa News für Schleswig-Holstein

Europa in SH

Europa ist für die Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins tagtäglich zu spüren. Doch geht es dabei über den Euro weit hinaus. Was bringt die Europäische Union für Schleswig-Holstein? Eine ganze Menge: So profitiert Schleswig-Holstein unmittelbar von den Vorzügen der offenen Grenzen im Schengen Raum, Unternehmen profitieren vom europäischen Binnenmarkt. Außerdem nutzt SH die europäischen Förderprogramme und erhielt in der letzten Förderperiode allein im Bereich Wirtschaft knapp 360 Millionen Euro.

SH in Europa

Die EU beeinflusst das tägliche Leben der Menschen in Schleswig-Holstein. Gleichzeitig ist Schleswig-Holstein auch in Brüssel vor Ort: unter anderem durch den Ausschuss der Regionen und das Hanse-Office werden die Interessen der Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins direkt in die europäische Politik eingebracht und Kontakte zu europäischen Institutionen gepflegt. So wird sichergestellt, dass die Interessen Schleswig-Holsteins auf die Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene einfließen.

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Europa News

Wo Europa zusammenkommt –

Der europäische Gedanke hinter der Kieler Woche

Wenn Ende Juni Hunderte Segel auf der Kieler Förde den Horizont füllen, ist das längst mehr als ein sportliches Großereignis. Zur Kieler Woche wird die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins Jahr für Jahr zum internationalen Treffpunkt von Menschen aus ganz Europa und weit darüber hinaus. Zwischen Segelsport, dem salzigen Geruch des Meeres, internationalen Spezialitäten, begleitet vom Rhythmus der Musik,                                                     entsteht ein Ort, an dem Europa gelebt wird. 

 

 

 

 

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„Warum die Kieler Woche europäisch ist“ – dieser Frage widmete sich eine Veranstaltung der Reihe „Die Kieler Woche im kulturellen Wandel“, zu der die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte vom 20. bis 27. Juni im Pop-up-Pavillon mitten im Herzen der Kieler Altstadt einlud. Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Rolf Fischer, und Hans Peter Mallkowsky, Vorstandsvorsitzendem der Europa-Union Schleswig-Holstein, wurde deutlich: Die europäische Dimension, welche die Kieler Woche heute prägt, entwickelte sich über Jahrhunderte.

Als am 23. Juni 1882 zwanzig Yachten zu einer Regatta auf der Kieler Förde an den Start gingen, dürfte kaum jemand geahnt haben, dass daraus einmal die größte Segelsportveranstaltung der Welt hervorgehen würde. Allein in diesem Jahr verwandelten mehr als 4.000 Seglerinnen und Segler aus 58 Nationen die Kieler Förde in ein weißes Segelmeer.

Doch was genau macht die Kieler Woche eigentlich europäisch?

Für Hans Peter Mallkowsky beginnt die Antwort mit der besonderen Lage Kiels. Als Tor zur Ostsee ist die Stadt seit Jahrhunderten Teil eines weit verzweigten europäischen Verkehrs- und Handelsraums. Lange bevor Europa politisch zusammenwuchs, verbanden die Seewege Kiel mit Skandinavien, dem Baltikum und Mitteleuropa. Die Stadt war nie Endpunkt einer Reise, sondern ein Knotenpunkt des Austauschs, an dem nicht nur Waren, sondern auch Ideen, kulturelle Einflüsse und Traditionen ihren Weg durch Europa fanden. Die Offenheit Kiels ist deshalb weit mehr als ein gesellschaftliches Ideal. Sie ist historisch gewachsen und prägt bis heute ihre Identität.

Diese Offenheit spiegelt zugleich den europäischen Gedanken eines friedlichen Zusammenlebens, eines offenen Austauschs und der Begegnung über nationale Grenzen hinweg wider. Wie tief dieses Verständnis in Kiel verwurzelt ist, zeigt sich nach den Ausführungen von Rolf Fischer nicht zuletzt im Stadtbild selbst. Ein zentrales Leitbild europäischer Stadtplanung sieht öffentliche Räume als Orte der Begegnung, die den gesellschaftlichen Austausch fördern, das demokratische Miteinander stärken und Gemeinschaft entstehen lassen.

Als prägnantes Beispiel führt Fischer den Kieler Rathausplatz an. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1972 wurde die bis dahin als Parkplatz genutzte Fläche in einen verkehrsberuhigten Aufenthaltsraum umgestaltet. Damit setzte die Stadt ein bewusstes Zeichen, den öffentlichen Raum den Menschen zurückzugeben. Seit 1978 wird dieser Gedanke während der Kieler Woche auf besondere Weise sichtbar. Der Internationale Markt verwandelt den Rathausplatz Jahr für Jahr in einen lebendigen Treffpunkt der Kulturen. Ursprünglich als Europäischer Markt gegründet, entwickelte er sich schon bald weit über die Grenzen des Kontinents hinaus und brachte Menschen aus zahlreichen Ländern nach Kiel. Heute präsentieren Nationen aus aller Welt ihre kulinarischen Spezialitäten, ihr Handwerk und die damit verbundenen Traditionen.

Aus einem sportlichen Wettkampf erwuchs innerhalb von 144 Jahren das größte Sommerfest Nordeuropas. Heute verbindet die Kieler Woche Spitzensport, Kultur, Wissenschaft und internationalen Austausch zwischen Land und Meer. Die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte beschreibt diese Entwicklung zugleich als Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels. Historische Aufnahmen im Online-Bildarchiv der Stadt Kiel zeichnen diesen Weg über mehr als ein Jahrhundert eindrucksvoll nach.

Wo Tradition auf Zeitgeist trifft, wird Europa Ende Juni in Kiel auf engstem Raum erlebbar. Nicht als abstrakte Idee, sondern als gelebter Raum der Begegnung, in dem kulturelle Vielfalt Brücken schlägt. Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft der Kieler Woche.

 

 

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Europa in der Gegenwart

Politikfelder

Ländliche Räume

Der ländliche Raum ist Standort für einen Großteil der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland. In Schleswig-Holstein leben rund 78 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Räumen. Diese stehen seit Jahren einem tiefgreifenden Strukturwandel gegenüber. Die Akteure in Wirtschaft und Politik sowie die ländliche Bevölkerung stehen vor der großen Herausforderung, ihre ländlichen Regionen insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung der Märkte und des demografischen Wandels zukunftsfähig und attraktiv fortzuentwickeln.

Europabildung

Verständnis und Beteiligung junger Menschen spielen eine entscheidende Rolle beim Zusammenwachsen Europas. Deshalb hat die Europabildung in der politischen Bildungsarbeit Schleswig-Holsteins einen besonderen Stellenwert. Neben dem Landesbeauftragten für politische Bildung, dem Verein der Europaschulen, dem EU-Projekttag an Schulen und dem Europäischen Wettbewerb spielt hier auch die Europa-Union Schleswig-Holstein eine besondere Rolle.

Arbeit & Soziales

Mehr als die Hälfte der schleswig-holsteinischen Ausfuhren werden in Länder der Europäischen Union geliefert, der Großteil nach Dänemark. Der europäische Binnenmarkt erleichtert diesen Handel erheblich. Die Menschen in der Grenzregion profitieren auch von den Freiheiten des Schengen-Raums, der es ihnen ermöglicht, mit wenig Aufwand im Nachbarland zu arbeiten oder einzukaufen. Der Europäische Sozialfonds (ESF) beteiligt sich mit knapp 89 Millionen Euro an der Finanzierung des Landesprogramms Arbeit.

Wirtschaft

Schleswig-Holstein setzt auf Investitionen, Innovation und Nachhaltigkeit. Mitten im Herzen Europas, unmittelbar an der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsachse nach Skandinavien und mit direktem Zugang zu Nord- und Ostsee ist Schleswig-Holstein zudem eine wichtige Verkehrsdrehscheibe nach Nord- und Osteuropa sowie ins Baltikum. Die Nachbarschaft zu Hamburg ermöglicht darüber hinaus den schnellen Zugang zu deutschen und weltweiten Märkten auf sämtlichen Verkehrswegen.

Umwelt

Wohlstand und Gesundheit für alle in Schleswig-Holstein und Europa – dies setzt eine gesunde, intakte und vielfältige Umwelt voraus. Der Klimawandel macht jedoch nicht an nationalen Grenzen Halt. Deshalb hat die EU-Kommission eine gemeinsame europäische Strategie (European Green Deal) entwickelt, mit der den Herausforderungen des Klimawandels begegnet wird. Davon profitieren auch Schleswig-Holsteins vielfältige Natur und sensible Ökosysteme.

Jugend

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Das Land Schleswig-Holstein setzt sich dafür ein, jungen Menschen die benötigte Freiheit zur eigenständigen und kritischen Persönlichkeitsentwicklung zu gewährleisten. In Form des EU-geförderten Erasmus-Programms haben junge Menschen unter anderem die Möglichkeit, sich an einem europaweiten Austausch zu beteiligen. Dass junge Menschen sich bereits politisch engagieren, zeigt auch der Jugendverband der Europa-Union Schleswig-Holstein: die Jungen Europäischen Föderalist*innen.

Wissen & Geschichte

FAQ zur EU

09. Mai jedes Jahr
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09. Mai jedes Jahr

Wann ist Europatag?

In Erinnerung an die Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950 wird jedes Jahr am 9. Mai der „Europatag“ begangen. Die Schuman-Erklärung gilt als „Geburtsurkunde“ der heutigen EU, da sie zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl führte.

2014
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2014

Wie werden der Präsident der Kommission und ihre Mitglieder ernannt?

Das Europäische Parlament wählt den Präsidenten der Kommission mit Hilfe des 2014 eingeführten Spitzenkandidaten-Verfahrens. Mitgliedstaaten nominieren Kandidaten, die vom Parlament bestätigt werden müssen. Es gibt auch Anhörungen für Kommissionsmitglieder. Das Parlament muss die gesamte Kommission bestätigen, bevor der Europäische Rat sie offiziell ernennt. Bei Änderungen sind erneute Anhörungen erforderlich.

2013
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2013

Welches Land kam als letztes in die EU?

Am 1. Januar 2013 wurde Kroatien als 27. Land in den Schengen-Raum aufgenommen.

2013
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2013

Welche Sprachen werden im Parlament verwendet?

Die EU hat seit 2013, durch den Beitritt von Kroatien, 24 Amtssprachen, um Bürgern Verständnis und Partizipation zu ermöglichen. Die Arbeit der Dolmetscher und Übersetzer ermöglicht die Kommunikation in 552 möglichen Sprachkombinationen. Etwa 270 verbeamtete Dolmetscher und 600 Übersetzer sind beschäftigt, unterstützt von externen Fachleuten.

Stand 2020
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Stand 2020

Wie viele Mitgliedsländer hat die EU?

27, seit dem Austritt Großbritanniens (Brexit) zum 01.02.2020.

1993
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1993

Was macht die EU so besonders?

Die EU sorgt seit über einem halben Jahrhundert für Frieden, Stabilität und Wohlstand. Sie spielt auch eine entscheidende Rolle in der Diplomatie und setzt sich weltweit für diese Werte sowie für Demokratie, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit ein.

1993
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1993

Gehören die Kanarischen Inseln zur EU?

Ja, die Kanarischen Inseln gehören zur EU, weil sie zu Spanien gehören, welches EU-Mitglied ist. Im Art. 299 des EG-Vertrages heißt es: „Dieser Vertrag gilt für die französischen überseeischen Departements, die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln.“ Bei den französischen überseeischen Departements handelt es sich um die Inseln Réunion, Guadeloupe und Martinique sowie Französisch-Guayana; es gehören also auch Teile des karibischen Archipels zum Gebiet der EU.

1993
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1993

Welche sind die Gründungsländer der Europäischen Union?

Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg gründeten 1951 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), aus der später die Europäische Union wurde.

1992
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1992

Warum zieht das Parlament zwischen Brüssel und Straßburg hin und her?

Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich 1992 einstimmig auf die festen Sitze der EU-Organe. Das Parlament tagt hauptsächlich in Straßburg, während Ausschüsse in Brüssel zusammenkommen und das Generalsekretariat in Luxemburg ansässig ist. Die Verlagerung nach Brüssel könnte jährlich 103 Mio. EUR einsparen, während derzeit Mehrkosten von 109 Mio. EUR in Straßburg entstehen.

1986
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1986

Gibt es eine Europa-Hymne?

Ja, seit 1986 verwendet die EU die „Hymne an Europa“ bzw. „Ode an die Freude“ aus dem letzten Satz der 9. Sinfonie von Beethoven als musikalisches Erkennungszeichen. Die EU-Hymne ersetzt nicht die Nationalhymnen der EU-Mitgliedstaaten.

1985
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1985

Was ist Schengen?

Der Schengen-Raum begann 1985 als Projekt von Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande und Luxemburg und hat sich zum weltweit größten Raum des freien Personenverkehrs entwickelt. Die Teilnahme an einem Raum ohne Kontrollen an den Binnengrenzen bedeutet für die Länder, dass sie 1. keine Kontrollen an ihren Binnengrenzen durchführen, außer bei speziellen Bedrohungslagen, 2. harmonisierte Kontrollen an ihren Außengrenzen durchführen, für die genau definierte Kriterien gelten. Das Regelwerk für den Schengen-Raum ist der Schengener Grenzkodex. Das Regelwerk für den Schengen-Raum ist der Schengener Grenzkodex.

1962
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1962

Ist Norwegen Mitglied der EU?

Norwegen ist nicht Mitglied der EU, arbeitet jedoch eng mit ihr zusammen. Ursprünglich hatte Norwegen 1962 die EG-Mitgliedschaft angestrebt. Aufgrund der ablehnenden Haltung des damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle gegenüber einer britischen EG- Mitgliedschaft waren aber die Verhandlungen mit sämtlichen Bewerbern (Großbritannien, Irland, Dänemark und Norwegen) zum Erliegen gekommen. Später führte Norwegen zweimal Beitrittsverhandlungen mit der EU und unterzeichnete Beitrittsverträge, die jedoch von der norwegischen Regierung nicht ratifiziert werden konnten. Bei den Referenden zum EU-Beitritt stimmte die Mehrheit der Wähler jedes Mal dagegen.

1950
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1950

Was ist die Schumann-Erklärung?

Die Schuman-Erklärung ist ein Text, der am 9. Mai 1950 vom damaligen französischen Außenminister Robert Schuman vorgelegt wurde. Sie gilt als „Geburtsurkunde“ der heutigen EU, da sie zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl führte. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um einen Vorschlag zur Schaffung eines vereinten Europas, in dem enge wirtschaftliche Verbindungen friedliche Beziehungen zwischen den Ländern gewährleisten.

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Welche Aufgaben hat das Europäische Parlament bei der Erstellung des EU-Haushalts?

Das Europäische Parlament und der Rat verabschieden gemeinsam den jährlichen EU-Haushaltsplan, der den mehrjährigen Finanzrahmen nicht überschreiten darf. Das Parlament überwacht die Ausgaben, prüft die Jahresabrechnung und gibt Empfehlungen zur Haushaltsführung ab, einschließlich der Entlastung für Institutionen und Agenturen.